Österreichs Glücksspielreform Wird Voraussichtlich Später Umgesetzt

Posted on February 25, 2026 | 10:46 am
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Die geplante Reform des österreichischen Glücksspielrechts dürfte den ursprünglich angepeilten Zeitrahmen nicht einhalten. Vertreter des staatlich gestützten Casinobetreibers Casinos Austria AG (CASAG) gehen davon aus, dass wesentliche Änderungen schrittweise umgesetzt werden könnten. Dabei zeichnet sich ab, dass ein neues Lizenzsystem möglicherweise vor der Einrichtung einer unabhängigen Regulierungsbehörde eingeführt wird.

CASAG, das derzeit über die exklusive Lizenz für landbasierte Casinos in Österreich verfügt, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur APA, dass die Reform zwar voranschreitet, jedoch organisatorische Hürden bestehen. Unternehmenssprecher Patrick Minar zufolge könnte die Gründung einer eigenständigen Glücksspielaufsicht, die das Finanzministerium ersetzen soll, zwischen sechs und zwölf Monaten in Anspruch nehmen. Dieser Zeitraum könnte dazu führen, dass der ursprünglich geplante Start eines neuen Glücksspielrahmens bis Ende 2026 hinausgeschoben wird. Frühere Planungen hatten die Einrichtung einer neuen Regulierungsbehörde bereits für den Sommer 2026 vorgesehen.

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Bestehende Lizenzstruktur Als Bremse

Ein wesentlicher Faktor für die Verzögerung liegt in bestehenden Lizenzstrukturen. Österreich nimmt innerhalb Europas eine besondere Position ein, da das Land Elemente eines staatlichen Monopols mit privatwirtschaftlichen Beteiligungen kombiniert. Während in anderen Staaten entweder ein vollständiges Staatsmonopol oder ein liberalisierter Markt mit mehreren Anbietern dominiert, verfolgt Österreich einen Mischansatz.

Im terrestrischen Casinobereich besitzt CASAG das alleinige Betriebsrecht. Rund ein Drittel des Unternehmens gehört einer staatlichen Beteiligungsgesellschaft, während die Mehrheit beim tschechischen Glücksspielkonzern Allwyn liegt. Diese Konstellation ermöglicht staatlichen Einfluss, überlässt die operative Führung jedoch überwiegend privaten Akteuren.

Auch der Online-Casinomarkt ist stark konzentriert. Dieser Bereich wird im Rahmen eines Monopols von Österreichische Lotterien sowie deren Plattform Win2Day betrieben. Die Österreichischen Lotterien gehören mehrheitlich zur ÖLG Holding, die wiederum vollständig im Besitz von CASAG steht. Dadurch spielt CASAG sowohl im stationären als auch im digitalen Glücksspielsektor eine zentrale Rolle.

Die geplanten gesetzlichen Anpassungen dürften daher vor allem den Onlinebereich betreffen. Politische Diskussionen laufen bereits seit dem vergangenen Jahr, insbesondere mit Blick auf das Auslaufen wichtiger Konzessionen. Die Lizenz von Win2Day gilt noch bis 2027, während die landbasierte Casino-Konzession von CASAG kurz danach endet. Eine zeitliche Abstimmung der Reform mit diesen Fristen könnte es ermöglichen, die Marktstruktur vor einer erneuten Lizenzvergabe neu zu gestalten.

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Gesetzesentwurf Und EU-Prüfung

Aus parlamentarischer Sicht gelten viele technische Fragen inzwischen als geklärt. Laut Nationalratsabgeordnetem Jan Krainer besteht grundsätzlich Einigkeit über Maßnahmen wie IP-Sperren gegen nicht lizenzierte Glücksspielangebote. Diese sollen verhindern, dass Offshore-Anbieter ohne österreichische Zulassung gezielt Kunden im Inland ansprechen.

Ein vollständiger Gesetzesentwurf liegt bislang jedoch nicht vor. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass ein Entwurf idealerweise bis März 2026 fertiggestellt sein müsste, um das politische Ziel eines neuen Rechtsrahmens noch im selben Jahr zu erreichen. Dazu gehört auch die Prüfung auf EU-Konformität in Brüssel sowie das parlamentarische Verfahren vor der Sommerpause.

Die weitere Diskussion konzentriert sich nun darauf, ob Österreich sein bisher stark reguliertes Modell beibehalten oder stärker für Wettbewerb öffnen wird, insbesondere im Online-Segment. Mit auslaufenden Konzessionen und geplanten institutionellen Änderungen dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden, wie sich der österreichische Glücksspielmarkt künftig strukturiert.

Quelle:

, sigma.world, 17. Februar 2026.

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